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	<title>Blog Theater Magdeburg</title>
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		<title>Keine Angst vor Faust!</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 10:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt gewichtige Gründe, sich vor einer Faust zu fürchten. Zumindest wenn ein Exemplar dieser fünffingrigen Gattung aggressiv und drohend unterhalb des eigenen Nasenbeins zuckt und kurz davor ist, sich explodierend den Weg nach vorn zu bahnen. Vor dieser Art von Faust zurückzuschrecken – wer könnte das verdenken? Dem literarischen »Faust« hingegen kann man locker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt gewichtige Gründe, sich vor einer Faust zu fürchten. Zumindest wenn ein Exemplar dieser fünffingrigen Gattung aggressiv und drohend unterhalb des eigenen Nasenbeins zuckt und kurz davor ist, sich explodierend den Weg nach vorn zu bahnen. Vor dieser Art von Faust zurückzuschrecken – wer könnte das verdenken? Dem literarischen »Faust« hingegen kann man locker und ohne Berührungsängste begegnen, auch und gerade der Fortsetzung, »der Tragödie zweiter Teil«. Denn: was gibt es zu verlieren?<span id="more-164"></span></p>
<p>Seit Generationen scheint’s wird »Faust 2« nun mit dem philologischen Gummihandschuh angefasst, als wär’s der ungestalte Sonderling unter den deutschen Dramen, der nach einer Extrabetreuung verlangt. Angeschaut vom Fachpublikum wie ein verrutschtes Insekt unterm Vergrößerungsglas, wird getuschelt, wenn er vorbei geht, es wird sich geduckt und geunkt, was mit diesem Ding nicht in Ordnung sei. Dabei ist die Wahrheit ergreifend schlicht:<br />
»Faust 2« ist größer als wir.</p>
<p>Und weil das so ist, kann man sich nach Herzenslust hineinbegeben in das irre Gewühl von Sagen, Mythen und Wesen, in das schier unauflösbare Geflecht von Zusammenhängen, Geschichten und angetippten Bedeutungen, in das Labyrinth von irrlichternden und hochgeistigen Theoremen. Man kann »Faust 2« nicht auflösen, man soll es nicht können – warum also sollte man es wollen? Und wenn man sich schließlich von der (im besten Sinne: faustschen) Entschlüsselungswut losgesagt hat, kann man sich dem widmen, was am meisten Spaß macht: dem Suchen und dem Spielen.</p>
<p>Es ist ein Stolpern auf den Proben, dass es eine Freude ist. Bei den Textproben zu Beginn der Arbeit sitzt das ganze Spielensemble gemeinsam am Tisch und klopft Szene für Szene, Satz für Satz, Wort für Wort nach Sinn und Inhalt des Geschriebenen ab. Nicht selten vergehen Stunden, in denen über eine Konjunktion diskutiert wird, die vom alten Goethe natürlich so gesetzt und aufgeladen ist, dass sie die Aussage eines ganzen Monologs grundlegend beeinflusst. Inhaltsscheue Gemüter werden hier auf eine harte Belastungsprobe gestellt, immer wieder wird mit neuem Anlauf auf das geschriebene Wort losgerannt, nicht immer werden alle Fragen beantwortet, im Gegenteil, es werden immer nur mehr. Wie in einem dieser Plastikballbecken für Kinder. Je tiefer man taucht, desto bunter wird es.</p>
<p>Es gibt keine stringente Handlung, es wird keine abgeschlossene Geschichte erzählt, kein hübscher Cursus fädelt sich entlang eines Spannungsbogens. Jeder Akt steht mehr oder weniger für sich, beackert ein Feld, erschafft eine Welt. Für die Schauspieler bedeutet das, dass sie sich nur schwer eine „klassische“ Figurenbiographie erarbeiten können, dass sie in einem Akt eine Figur spielen, die weder davor noch danach wieder auftaucht.</p>
<p>Helena beispielsweise: von ihr ist ab Stückbeginn die Rede, sie taucht aber erst (und nur) im 3. Akt auf. Für Christiane-Britta Boehlke, die sie spielt, bleibt also genügend Zeit vorher noch eine mythische Gestalt in der Klassischen Walpurgisnacht darzustellen, sowie am Ende des Stücks einen Engel. Oder Wagner, der gelehrige Schüler Fausts aus dem ersten Teil. Er darf nur im 2. Akt einmal mitspielen, Darsteller Silvio Hildebrandt übernimmt im Verlauf des Abends noch zwei weitere Rollen, die des Meeresgottes Nereus sowie die von Philemon. Bis auf Jonas Hien (Faust) spielt jeder der elf Darsteller mehrere Rollen, anders wäre »Faust 2«, selbst in der hiesigen Strichfassung, logistisch kaum zu bewältigen.</p>
<p>Doch auch Jonas Hien, dessen Figur von Beginn bis zum Ende des Stückes da ist, hat es – technisch gesprochen – nicht einfach. Jeder Akt beginnt neu, die Erfahrungen der vorangegangen Akte spielen zwar in die Rolle mit hinein, dennoch startet Faust fünfmal aus der Hocke, muss nach oben schnellen, losrennen und kommt dann nicht etwa im Ziel an, sondern nur am Ende des jeweiligen Aktes. Und weil das noch nicht kompliziert genug ist, spielt Jonas Hien nicht nur Faust, er spielt zugleich noch den Schauspieler, der den Faust spielt, mit Textbuch und Begleitmaterial auf der Bühne.</p>
<p>Es ist ein Genuss, sich mit einer Überforderung auseinanderzusetzen, sich mit etwas so viel Größerem, als man es selbst ist, zu streiten. Natürlich nicht immer. Es gibt genügend Proben, in denen Frustration in der Luft liegt. Sowohl Regisseur wie auch die Spieler gelangen von Zeit zu Zeit an ihre Grenzen, und die zu erkennen macht nur selten Spaß. Dennoch: die Punktsiege, die man erringt, wenn man dem übermächtig Scheinenden wieder ein Stück Sinn und Wahrheit abgetrotzt hat, begeistern. Es sind Millimetergewinne und sie machen Lust auf mehr. Es ist das, was Kinder antreiben muss, die Laufen lernen. Der Wille, noch einen Schritt zu schaffen. Und noch einen. Bis zum nächsten Haltegriff.</p>
<p>Es ist nicht auszuschließen, dass das Gefühl der Überforderung auch beim Ansehen von »Faust 2« eintritt. Möglicherweise ist es so, als sähe man einen Film in einer fremden Sprache. Doch wenn man sich die Mühe macht und dran bleibt, wird man nach einer Weile feststellen, dass man beginnt Dinge zu verstehen. Dass man Figuren anfängt zu mögen, ohne dass man sagen könnte, warum, dass man ihre Handlungsweisen nachvollziehen kann. Und dass man ein Interesse dafür entwickelt, was man sieht. Wir arbeiten in unserer Inszenierung mit Überschriften, die auf die Bühne projiziert werden. So weiß jeder (nicht zuletzt die Schauspieler) in welcher Szene, an welchem Ort und in welcher Zeit wir gerade sind.</p>
<p>Für alle, die dennoch zweifeln, ob »Faust 2« das Richtige für sie ist, haben wir ein kleines Programmheft entworfen. Darin wird auf wenigen Seiten, in knappen, klaren Sätzen und ausdrucksstarken Probenfotos, versucht zu erläutern, worum es uns in der Arbeit mit dem Stück geht. Wie gesagt &#8211; versucht. Denn »Faust 2« ist größer als wir. Vielleicht sogar größer als Goethe es sich ausgemalt hat.</p>
<p>Neugierig geworden? <a href="http://www.theater-magdeburg.de/front_content.php?idart=6834">Hier </a>geht&#8217;s zu den Terminen!</p>
<p>Holger Radke, Dramaturgieassistent</p>
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		<title>TheMa ist Thema &#8211; Stimmen für das Theater Magdeburg</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 08:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Otto geht später ins Bett, weil er gern ins Theater geht. Und ich  gehe gerne ins Theater weil &#8230; dort der Puls der Zeit schlägt.  Magdeburg ohne Theater wäre &#8230; wie Paris ohne Eiffelturm und ich finde  die Bewerbung zur Kulturhauptstadt eine tolle Idee weil &#8230; Magdeburg  sich selbstbewusster zeigen darf.
Michel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Otto geht später ins Bett, weil er gern ins Theater geht. Und ich  gehe gerne ins Theater weil &#8230; dort der Puls der Zeit schlägt.  Magdeburg ohne Theater wäre &#8230; wie Paris ohne Eiffelturm und ich finde  die Bewerbung zur Kulturhauptstadt eine tolle Idee weil &#8230; Magdeburg  sich selbstbewusster zeigen darf.<br />
</em>Michel Redlich, Vorsitzender Freundeskreis Schauspiel</p>
<p><span id="more-154"></span><em>Das Theater Magdeburg ist gut, weil es verschiedenartigste Leute zusammenbringt, die zusammen immer etwas Neues zustande bringen, auf der großen Bühne und im Jugendclub. Es klatscht den Menschen auf absurde Farbenspiele. Was wäre, wenn? Wie wäre was? Wo wären wir? Das Theater belehrt und bewegt sich dabei auf persönlichen und privaten Sphären. Es entsteht keine Glaswand zwischen Zuschauer und Bühne, so konfrontiert es direkt. Das ist wichtig, weil man dem Thema so näher kommen kann. Theater ist also nicht nur gut, sondern auch ein Medium besonderer Bedeutung und damit nicht wegdenkbar beziehungsweise nicht wegdrückbar.<br />
</em>Caspar Weimann, Mitglied des Theaterjugendclub</p>
<p><em>&#8220;Ohne das Theater Magdeburg würde meine Wahlheimat drastisch an Lebensqualität verlieren. Eine interdisziplinäre Theaterlandschaft wie diese ist für eine Landeshauptstadt  unabdingbar.&#8221;</em><br />
Cornelia Muhl-Hünicke Abteilungsleiterin Marketing mvb</p>
<p><em>&#8220;Ohne das Theater Magdeburg wäre eine Bewerbung Magdeburgs als Kulturhaupstadt, die für den Imagezugewinn der Stadt  immens wichtig ist, nicht denkbar. Theater bedeutet für mich Freiheit, Kreativität und Genuss. Als Marketingverantwortliche des größten Hotels der Stadt ist für mich Theater unerläßlich für den Zugewinn neuer Gäste.</em><br />
Gabriele Discher Direktorin Verkauf &amp;Marketing MARITIM Hotel Magdeburg</p>
<p><em>Das Theater Magdeburg ist in meinen Augen Kreativität, Farbe und Leben, eine Insel der qualitativen Kultur in einer Stadt, die sich Fremden gegenüber oft anspruchslos, öde und menschenleer zeigt. Innovation und Kunst bietet das hiesige Theater auf einem Niveau an, das das Haus europaweit in die obere Reihe des Kulturschaffens eingliedert. Neben einem abwechslungsreichen Theaterprogramm werden hier Menschen ver- und dauerhaft an die Kunst gebunden: Mitmachen, der Dialog zwischen Generationen, ja sogar zwischen gesellschaftlichen Schichten sind unter anderem die Programmziele, die das Theater in dieser Stadt einzigartig machen.<br />
</em>Ágnes Simon (Kulturmanagerin, Doktorandin an der OvGU aus Rumänien)</p>
<p><em>„Das Theater Magdeburg bedeutet für mich Lebensqualität. Es beschert wunderbare Abende, Begegnungen mit Künstlern und Kunstbeflissenen, nachhaltige Eindrücke. Einfach toll!“ </em>Pia Heim</p>
<p><em>&#8220;Ohne das Theater Magdeburg wäre unsere Stadt unvollständig!“</em><br />
Sylvia Braunschweig, Marketing MVB</p>
<p><em>&#8220;Ohne das Theater Magdeburg wäre&#8230;meine Geburts- und Heimatstadt so leer, wie ein ausgetrockneter Fluss!&#8230;&#8221; Eine Landeshauptstadt ohne Theater kann es einfach nicht geben und deshalb stimme ich für dessen Erhalt!</em><br />
Steffi Kusig (57 Jahre alt, Personalbüro mvb)</p>
<p><em>Wir besuchen gern Theatervorstellungen, weil wir mit jungen und jüngeren Menschen zu einem gemeinsam gesehenen Stück ins Gespräch kommen. Das hält uns lebendig. Das Stück »Hamlet in Magdeburg« hat anspruchsvolle Texte, die uns sehr angesprochen haben. Wir hoffen, dass noch viele Magdeburger dieses Stück sehen können.</em><br />
Ingrid und Bruno Krayl (81 und 86 Jahre alt)</p>
<p><em>Theater ist für mich Kommunikation in den verschiedensten Ebenen: hinter und auf der Bühne und endet nicht nach der Vorstellung, sondern setzt sich fort in wieder verschiedenen Ebenen und eröffnet neue, andere Gedanken und Beziehungen. Es rollt wie eine Welle. Diese Bewegung ist weder messbar noch verzichtbar. Durch das Projekt »Hamlet in Magdeburg« habe ich erlebt, wie differenziert Inhalte, die aus dem Persönlichen herausgehen, erarbeitet werden. Es war beeindruckend, wie viele Themen  am Schauspielhaus zur gleichen Zeit gestaltet werden und mit welcher Frische sie umgesetzt werden. Ich bin neugierig auf mehrere Stücke z.B. »Der Besuch der alten Dame«, »An kalten Tagen bitte Türen schließen«, »Der Reigen« und den Literaturklub, das Musiktheater.</em><br />
Gisela Müller, Mitwirkende bei »Hamlet in Magdeburg«</p>
<p><em>Wir sind stolz auf unser Stadttheater Magdeburg! Unser Theater Magdeburg schafft  es, trotz immer weniger Geld,  ein Publikum von 8 bis 80 mit  künstlerisch hochwertigen und sehenswerten  Inszenierungen zu begeistern. Wenn die Kunst nicht auf der Strecke bleiben soll, muss sich neben der Stadt Magdeburg  auch das Land für das Theater seiner Hauptstadt mit einer  verstärkten Förderung engagieren.<br />
</em>Beatrix Franzkowiak, Vorsitzende Förderverein</p>
<p><em>Darum Theater Magdeburg! Theater verzaubert, überwältigt, bringt zum Lachen oder Nachdenken: Da brummt und flötet das Orchester den Karneval der Tiere, Max und Moritz wird hinreißend getanzt, und der Räuber Hotzenplotz rollert seine Beute mit dem Hackenporsche durch den Wald. Dann die legendären Nachtschichten &#8211; Gesang, Slapstick, Lesung, Hörspiel gar&#8230; Das Magdeburger Theater geht auf sein Publikum zu und bindet es ein &#8211; Jugendclub und Laientheater, Literatur AG und Lehrerfortbildungen. Die Landeshauptstadt ohne Stadttheater? Undenkbar!</em><br />
Gisela Graf, MD, Lehrerin und Laiendarstellerin (Woher Wohin, 2010)</p>
<p><em>Als passionierte Konzert-,Opern-und Theaterbesucherin schätze ich besonders die Qualität der Magdeburgischen Philharmonie. Es ist beglückend zu verfolgen, wie sich gerade unter dem neuen Generalmusikdirektor Kimbo Ishii-Eto eine neue Klangkultur zu entwickeln beginnt, die noch viele aufregende Abende verspricht. Im Sinfoniekonzert im April konnte der erste Konzertmeister Yoichi Yamashita seine außergewöhnlichen Fähigkeiten einmal mehr unter Beweis stellen. Diesmal sogar einer noch breiteren Öffentlichkeit, da das Konzert vom MDR aufgenommen und übertragen wurde. Magdeburg kann stolz auf sein Orchester sein. Die Landeshauptstadt Magdeburg wäre ohne Theater trostlos.Viele Menschen identifizieren sich mit Kultur. Die Kultur, insbesondere das Theater ist ein wichtiger Standortfaktor.Ich finde die Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt eine gute Idee, weil Magdeburg auf jeden Fall das Potenzial dafür hat und die Künstler aller Couleur in Magdeburg es verdient haben, mehr Aufmerksamkeit für Ihre tolle Arbeit zu bekommen.</em><br />
Dr.Katrin Neumann, Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft</p>
<p><em>Theater ist Fantasie, Jugendlichkeit, Kultur &#8211; Eine Kultur, der sich über 150 Jugendliche angeschlossen haben. Der Theaterjugendclub Magdeburg zählt zu den erfolgreichsten Deutschlands. Für das Jugendmusical „Im Osten geht die Sonne auf“ haben wir viele der talentierten KünstlerInnen gewonnen. Ihre Kreativität, Motivation und Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend. Eigenschaften, die auch künftig die Magdeburger Kulturszene bereichern müssen.</em><br />
Projektbüro Jahr der Jugend 2011 (Marcus Lahn, Kevin Lüdemann, Julia Wartmann)</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Warum Theater?</em></p>
<p><em>Wir brauchen Theater immer und überall, doch gerade auch hier in Sachsen-Anhalt. Wenn immer wir von Bildungsnotstand, Illiterati, flacher Unterhaltungskultur reden, sollten wir uns fragen, wodurch eine breitere Masse auf höherem Niveau unterhalten werden kann. Und nichts außer dem Theater, das seine BesucherInnen nicht nur aus den Reihen einer so genannten Bildungselite anzieht, fällt mir sogleich dazu ein. Was sonst kann so erfolgreich mit Klassikern locken? Wo sitzen Anzugträger, sexy aufgestylte Teenager und unkompliziert gekleidete Mittzwanziger so einträchtig nebeneinander? „Hamlet“ und „Faust“ sind vielleicht für AbiturientInnen und Studierende Pflichtlektüre, doch kaum jemand noch versucht sich privat damit zu unterhalten. Eine neue Inszenierung dieser Stücke am Theater inspiriert jedoch auch Leute, deren Buchausgabe von „Faust“ längst verstaubt ist. Der Reiz des Theaters, gerade des hiesigen, besteht darin, dass es viele Menschen an der Bildungskultur partizipieren lässt, ohne dabei den Hauch von Schwere oder Langeweile auszustrahlen, den so viele Stadttheater mit einer enggefassten Klientel haben. Kaum jemand kann sich dem besonderen Flair der Bühnenkunst entziehen, die immer noch einen inspirativen Kontrapunkt zu Kino, Internet und Fernsehen bietet. Wenn ich meinen Studentinnen anbiete, mit mir fakultativ eine Theaterinszenierung anzusehen, wird diesem Vorschlag viel mehr Interesse geschenkt als dem Vorschlag eines Kinobesuches. Das wundert nicht, denn der besondere Reiz eines Theaterbesuches in Gesellschaft liegt in einer Art Austritt aus dem Alltag und der alltäglichen Medienwelt. Dass neben den Vorstellungen Veranstaltungen wie „Nachtschicht“ oder Poetry slams geboten werden, zieht eine ganz andere, unkonventionelle Gruppe von TheaterbesucherInnen an. Theater ist für viele wieder „in“, aufreibender und reizvoller als andere mediale Angebote, weil es die Zuschauenden direkt anspricht. Auch die von meiner Kollegin Sylvia Meyer und mir im letzten Mai organisierte Literaturnacht im Foyer des Schauspielhauses konnte durch das besondere Flair, das die Theaterbühne ausstrahlt, nur gewinnen. Blitzartig wurden die von StudentInnen verfassten Texte, anmoderiert von einer „echten“ Schauspielerin, nobilitiert und ihnen dadurch eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, die off stage nicht zu erreichen ist. Denn das ist es, was die Bühne ausmacht. Sätze, die auf ihr gesprochen werden, erregen immer noch besondere Aufmerksamkeit und so gewinnen ästhetische Diskurse, die dem/der  NormalbürgerIn bis dahin verborgen blieben, plötzlich alltagsweltliche Relevanz. Vieles, was alltäglich rezipiert wird, wird augenblicklich vergessen. Der Eindruck einer Aufführung, das Lächeln einer Schauspielerin, der sich lösende Knopf an einem Kostüm und der Schweiß der DarstellerInnen sind in ihrem Eindruck nachhaltig, wie die Liebe zu einem auf der Bühne gesprochenen Satz, einem Bühnenbild, die Liebe zu „Sara“, „Gretchen“ „Ophelia“ oder die zum männlichen Hauptdarsteller eben auch. Diese Liebe ist einzigartig, weil sie &#8211; wie dem Begriff der Liebe eigentlich inhärent &#8211; nicht seriell reproduzierbar ist. Die Gunst der TheaterzuschauerInnen ist immer ehrlicher als die der Kinofans. Die Leinwand stellt eine Distanz zwischen ZuschauerIn und DarstellerIn auf unüberbrückbare Weise her, selbst wenn 3D uns die Bilder vor die Nase setzt. Der Zauber des Theaters ist dinglich, eben „live“. Theater in Sachsen-Anhalt muss sein. Gerade jetzt und immer. Denn wir brauchen diese Liebe.</em><br />
Dr. Katja Kauer ,Kulturwissenschaftlerin</p>
<p><em> Ohne das Theater Magdeburg wäre dies keine Landeshauptstadt, die sich auch mit ihrer Universität kulturelle Breite und Internationalität auf die Fahnen geschrieben hat. Das Theater ist wichtig für die nationale und auch internationale Sichtbarkeit  -  abgesehen davon, dass ich selber dort gerne hingehe.</em><br />
Prof. Helmut Weiß, Prorektor für Planung und Haushalt an der OVGU</p>
<p><em>Als ehemaliger, langjäriger Stadtrat, dort maßgeblich in seiner Fraktion für die Kultur zuständig und auch Mitglied des Theaterausschusse, weiß ich um die Schwierigkeiten der Landeshauptstadt, ihre Bühnen (Oper, Schauspiel und Puppentheater) adäquat zu finanzieren. Ohne die kontinuierliche Unterstützung des Landes (Theaterverträge) ist das, wie auch schon in der Vergangenheit, nicht möglich. Der Erhalt der Theaterszene aber ist in ihrem derzeitigen Umfang und auf dem gewohnten Niveau unverzichtbar. Schon allein der Umstand, daß in den vergangenen Jahren sehr viel Geld für die grundlegende Sanierung der Häuser aufgewendet wurde, verbietet es, an Reduzierungen quantitativ und insbesondere auch qualitativ überhaupt nur einen Gedanken zu verschwenden. Die Investitionsmittel wären unverantwortlich verschleudert.</em></p>
<p><em>Auch hat das Theater einen umfangreichen Erziehungsauftrag, der sich letztlich, wenn er denn realisiert wird, auch in gewissen gesellschaftlichen finanziellen Einsparungen niederschlägt: Theatergänger sind keine Gewalzttäter und Vandalen. Ohne ein vitales Theater entstehen an anderer Stelle gesellschaftliche Reparaturkosten.</em></p>
<p><em>Magdeburg ist Landeshauptstadt. Dieser Status verpflichtet die Stadt, aber auch das Land, für eine entsprechende kulturelle Ausstattung zu sorgen, wozu natürlich an vorderer Stelle auch die Theater gehören. Wir müssen uns im Wettbewerb mit Wiesbaden, Mainz, Kiel, Saarbrücken und anderen behaupten. Auch als Forschungs- und Wirtschaftsstandort brauchen wir eine reichhaltige kulturelle Szene, als deren Mittelpunkt die Theater gelten können, ohne andere Kultur- und Kunstformen damit abzuwerten.</em></p>
<p><em>Durch ein gut funktionierendes Zusammenspiel zwischen Rat und Verwaltung und dort besonders dank eines rührigen Beigeordneten hat die Landeshauptstadt ein kulturelles Niveau aufgebaut, das jetzt nicht durch eine an der falschen Stelle den Rotstift ansetzende Haushaltspolitik aufs Spiel gesetzt werden darf.</em></p>
<p><em>Schließlich ist auch auf Magdeburgs hoffentlich erfolgende Bewerbung um den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2020 hinzuweisen, die erfolglos bleiben muß, wenn die Theaterlandschaft wackelt. Ich gehe davon aus, daß niemand unter den Verantwortlichen den dann eintretenden Prestigeverlust in Kauf nehmen will.</em><br />
Thomas V e i l</p>
<p><em>Wir können viele Beispiele von unserer Theaterbegeisterung nicht nur für das Musiktheater, sondern auch für Konzerte, Schauspiel usw. nennen, müssen aber bekennen, dass wir ein bisschen Angst um zukünftige Kulturveranstaltungen haben, wenn wir von den Querelen um die Finanzierung hören. Man kann doch wirklich nicht nach Quoten bezahlen, sondern muss unbedingt die Qualität der unterschiedlichen Aufführungen berücksichtigen! Die Bezahlung nach Tarif darf nicht dazu führen, dass an Sparten oder Inszenierungen gespart wird. Das wäre eine schlimme Entscheidung auch in Hinsicht auf die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas.</em><br />
Edith und Horst Plümecke</p>
<p><em>Das Theater Magdeburg ist wichtig, weil nicht nur in meinen Augen, sondern auch in denen von Investoren die Theaterspielstätten für den Wirtschaftsstandort Magdeburg zu den sehr wichtigen sogenannten „weichen Standortfaktoren“ gehören.</em><br />
Prof. Dr. med. Marcell U. Heim Blutbank Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.</p>
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		<title>Kreislauf der Angst</title>
		<link>http://blog.theater-magdeburg.info/2011/04/kreislauf-der-angst/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 09:33:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Regisseurin Aniara Amos
Aniara Amos, »Der Freischütz« geht auf ein Schauermärchen zurück, das die Faszination böser Mächte beschreibt. Wie stark ist Carl Maria von Weber in seiner Oper davon beeinflusst?
Alle Figuren in Webers Oper – von Max über Agathe, Kaspar und Kuno bis hin selbst zu Ännchen – sind von Ängsten beherrscht, ja, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Regisseurin Aniara Amos</strong></p>
<p><strong>Aniara Amos, »Der Freischütz« geht auf ein Schauermärchen zurück, das die Faszination böser Mächte beschreibt. Wie stark ist Carl Maria von Weber in seiner Oper davon beeinflusst?</strong></p>
<p>Alle Figuren in Webers Oper – von Max über Agathe, Kaspar und Kuno bis hin selbst zu Ännchen – sind von Ängsten beherrscht, ja, die gesamte Gesellschaft</p>
<p><span id="more-146"></span>ist von ihnen getrieben und kommt aus dem Kreislauf der Angst nicht heraus: Angst vor dem Versagen, Angst vor dem Verlust des Geliebten, Angst vor dem Bösen usw. Aber diese Ängste werden die meiste Zeit der Oper nicht offen gezeigt, sie wirken im Verborgenen. Das Grauen des Alltags ist immer da, auch in der scheinbar harmlosen Feierstimmung. In diesem Zusammenhang kommt auch der Wald ins Spiel, den Weber ja so beispielgebend in Musik gesetzt hat: Der Wald – zumal der Wald zum Beginn des 19. Jahrhunderts – ist undurchschaubar, man kann ihn nicht überblicken. Wenn man in ihm steckt, kann man nicht hinausblicken, wenn man draußen steht, kann man nicht hineinsehen. Genau zu der Zeit, in der der Wald noch so gefährlich für jeden Reisenden war, entwickelt sich aber auch die Faszination an seiner Dunkelheit und Gefahr. Dichter wie E. T. A. Hoffmann, William Blake und selbst Charles Dickens vertieften sich in diese dunkle, schaurige Seite der Romantik. »Der Freischütz« bildet eine Brücke zwischen dem volkstümlichen Schreckensmärchen des 18. Jahrhunderts und der düsteren Welt eines Edgar Allan Poe und kreiert den Wald als psychologische Metapher für das Schützende und Bedrohliche gleichermaßen.</p>
<p><strong>Wie deutet Webers Musik für dich die Geschichte?</strong></p>
<p>Dreh- und Angelpunkt des Werkes ist die Wolfsschlucht-Szene, auf die Weber besonders viel Gestaltungskraft verwendet. Wie in einem Zerrspiegel spiegeln sich hier die unterdrückten Begierden, Ängste und Schuldgefühle, die die Menschen auch in den beiden anderen Akten umtreiben. In der Wolfsschlucht bricht sich auch musikalisch das Verdrängte Bahn. Viele Elemente der schönen Tagwelt tauchen als dunkle Kehrseite in der Wolfsschlucht wieder auf. Das löst beim Miterleben dann auch wirklich Ängste aus, die von überkommenen Mitteln der Theatermaschinerie (wie Plastik-Eber oder rollenden Feuerrädern) nicht – mehr – in uns hervorgerufen werden können.</p>
<p>Dieses musikalische Feuerwerk des Schreckens ist aber nicht wirksam ohne die heitere musikalische Kehrseite, das Tragische kann ohne das Heitere und Leichte nicht wahrgenommen werden. Nicht umsonst ist der »Freischütz« eine der wichtigsten deutschen Opern überhaupt. Aber wie Schuberts Lied vom »Lindenbaum« wird auch in Webers Oper die düstere musikalische und inhaltliche Kehrseite der naiven Volkskunst von Jägerchören und volksliedhaften Arien gern aus dem Blick verloren.</p>
<p><strong>Welche Figuren interessieren dich in der Geschichte am meisten?</strong></p>
<p>Im Zentrum stehen für mich Max und seine Stellung innerhalb der Gesellschaft des Dorfes. Der Probeschuss ist ein unmissverständliches Zeichen für seine Initiation in die Gesellschaft. Es geht ja nicht nur darum, Agathe heiraten zu können, sondern um Max’ vollwertige Mitgliedschaft in der Gesellschaft. Max muss normiert werden, er muss sich in die Gesellschaft einfügen. Als Belohnung winkt die Heirat mit seiner Geliebten. Unter diesem massiven Druck ist er bereit, in der Wolfschlucht seine Unschuld, seine kindlich, naive Seele zu verlieren. Wie weit muss er gehen, um den Normen der Gesellschaft gerecht zu werden? Denn Samiel, der Inbegriff des Bösen, steckt in uns allen, genauso wie das Göttliche, das Heil bringende.</p>
<p>Auch Agathe ist eine Außenseiterin in dieser Gemeinschaft. Im Gegensatz zu Max aber zieht sie sich zurück, in eine innere Emigration.</p>
<p><strong>»Der Freischütz« ist eine der bekanntesten deutschen Opern überhaupt. Welchen Einfluss hat dies auf deine Regie?</strong></p>
<p>Die besondere Herausforderung besteht darin, dass man sich von der großen und bedeutenden Aufführungstradition nicht verrückt machen lassen darf. Ich habe mich mit Text und Musik genauso intensiv und ernsthaft beschäftigt wie bei jeder anderen Oper und versucht, mich nicht unter Druck setzen zu lassen. In einer Inszenierung können nie alle Facetten eines Werkes zum Ausdruck kommen, das ist ja gerade das Schöne daran! Ich habe versucht, aus dem »Freischütz« das herauszuarbeiten, was mir wichtig erscheint, ohne Absolutheitsanspruch. Das Erleben von Opern ist ja dadurch spannend, dass immer wieder andere Aspekte eines Werkes in den Vordergrund rücken und man dadurch immer wieder neue Tiefen desselben Stückes ausloten kann!</p>
<p><strong>Du zeichnest nicht nur für die Regie, sondern auch für die Bühne verantwortlich. </strong></p>
<p>Es ist ja wichtig, dass Regiekonzept und Bühnenbild »auf einer Wellenlänge« entstehen. Deshalb habe ich bereits oft beides zusammen entwickelt. In unserer Inszenierung ist der Raum wie ein weiterer Darsteller, er gibt und nimmt. Er ist so stark und präsent, dass die Figuren gar nicht umhin kommen, sich zu ihm zu verhalten. Es ist ein geschlossener Zwangsraum, der sich aber verändern und öffnen kann. Er kann sowohl Innenraum als auch Außenraum sein, sodass die Darsteller zwischen beiden Perspektiven schnell hin- und herwechseln können. Für die Entwicklung eines Bühnenraumes kommen mir beim Hören der Musik erste Assoziationen; die Musik inspiriert Farben Material und Form, natürlich gemeinsam mit szenischen Konzepten. Für die Kostüme, die von Maria-Elena Amos (meiner Mutter) entworfen werden, ist wichtig, dass inhaltlich aus den Figuren heraus entwickelt und nie nur einfach dekorativ entworfen werden.</p>
<p><em>Die Fragen stellte Ulrike Schröder</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sekt oder Selters?</title>
		<link>http://blog.theater-magdeburg.info/2011/02/sekt-oder-selters-2/</link>
		<comments>http://blog.theater-magdeburg.info/2011/02/sekt-oder-selters-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 10:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.theater-magdeburg.info/?p=141</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;. weder noch, ist die richtige Antwort: Champagner ist das einzig Wahre!
Was macht dieses Getränk so einzigartig. Es gibt unglaublich gute Winzersekte, Cremants und Cavas, aber der Geschmack von Champagner ist unverwechselbar.
Sowohl der unbekannte Champus aus dem Großmarkt als auch die großen Größen a la Dom  Perignon verbindet eines, das Terrior. Der Boden der Champagne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;. weder noch, ist die richtige Antwort: Champagner ist das einzig Wahre!</p>
<p>Was macht dieses Getränk so einzigartig. Es gibt unglaublich gute Winzersekte, Cremants und Cavas, aber der Geschmack von Champagner ist unverwechselbar.<br />
<span id="more-141"></span>Sowohl der unbekannte Champus aus dem Großmarkt als auch die großen Größen a la Dom  Perignon verbindet eines, das Terrior. Der Boden der Champagne, süd-östlich von Paris zwischen den Flüssen Seine und Marne gelegen, besteht aus Kreide und Lehm. Diese Bodenbeschaffenheit verleiht dem Schaumwein einen cremig, schmelzigen und mineralischen Geschmack. Darüber hinaus befindet sich das Anbaugebiet relativ weit im Norden. Das Klima ist dementsprechend gemäßigt, die Trauben (Chardonnay und Pinot Noir/Meunier) reifen dadurch langsam und der Zuckergehalt hält sich in Grenzen.<br />
Das ist also Terrior: Bodenbeschaffenheit und Klima in Verbindung mit bestimmten Rebsorten ergeben immer eine einzigartige Kombination und deshalb: Champagner schmeckt immer nach Champagner&#8230;. und alle die behaupten, mein Sekt vom Winzer oder mein Cava vom Lieblingsspanier schmeckt genauso, trinken bestimmt einen guten Schaumwein, haben aber keine Ahnung von Typizität eines bestimmten Getränkes aus einer bestimmten Region!<br />
Nun zu den feinen Unterschieden in den Champagnerklassen:<br />
Die Weinmacher der Klassiker wie Veuve Clicquot, Moet Chandon oder Pommery haben bei der Herstellung nur ein Ziel: Ihr Champagner soll jedes Jahr gleich schmecken. Der Veuve ist spritziger, hat mehr Aromen von grünen Äpfeln und mehr Säure. Der Moet soll weicher, geschmeidiger und dementsprechend zugänglicher wirken.<br />
Demgegenüber stehen die Jahrgangschampagner wie der 1998er La Grande Dame, die in jedem Jahrgang eine ausgeprägte Individualität zeigen.</p>
<p>Der Champagner Veuve Clicquot La Grande Dame ist der große Star der Champagne und das strahlende Juwel des Champagnerhauses Veuve Clicquot. Die Farbe der La Grande Dame 1998 ist von schwachem, wie Jade glänzendem Gold. Der Champagner ist kristallklar und weist eine unglaublich feine Perlage auf.<br />
In der Nase treten zuerst die typischen Charaktermerkmale des Chardonnay hervor und Blumen und Mineralaromen wie Akazie, Farn und Kalk breiten sich aus. Sobald man den Schaumwein ein wenig schwenkt, werden Duftstoffe freigesetzt, die an getrocknete Zitrusfrüchte, Aprikose, Quitte und süße Mandel erinnern – Aromen, die später auch im Geschmack wiederkehren. Wenn der Champagner länger in Bewegung gehalten wird, werden allmählich seltene Noten wie Malz, Tabak und feine Kräuter enthüllt.</p>
<p>Das aromatische und beeindruckend komplexe Bouquet wird im Mund nochmals bestätigt. Am Gaumen ist der Champagner klar definiert &#8211; seine reine Struktur und die wunderbar seidige Sanftheit sind in perfektem Gleichgewicht. Der Abgang der La Grande Dame 1998 ist lang, lebendig und strukturiert. Der Champagner hat ein unglaublich hohes Alterungspotential.<br />
Die Cuvée besteht aus 64% Pinot Noir aus den Grand Crus Lagen in Ay, aus dem „Grande Vallée de la Marne“ und aus Verzenay, Verzy, Ambonnay und Bouzy in der „Montagne de Reims“. Hinzu kommen 36% Chardonnay aus den drei Grand Crus Lagen: Avize, Oger, und Le Mesnil-sur-Oger in den „Côte des Blancs“.</p>
<p>Der Jahrgang 1998 der La Grande Dame erreicht einen Höhepunkt an Raffinesse ohne die legendäre Ausdrucksstärke zu verlieren, welche auf die Assemblage von fast zwei Drittel Pinot Noir Trauben zurückzuführen ist. Ein Champagner für die Sternstunden des Lebens.<br />
(offizielle Beschreibung aus dem Haus Veuve clicquot)</p>
<p>&#8230;.. und wenn ich jetzt noch wählen darf, was ich zu einem Glas Champagner essen will, gibt es auch nur eine Antwort: 3 Löffel Kaviar mit Buttertoast!﻿</p>
<p>Karin Lassak, <a href="http://blog.weinhandlung-lassak.de/" target="_self">Weinhandlung Lassak</a></p>
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		<title>»Die verlorenen Schritte« Teil 2</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 10:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch das gehört zum Theateralltag: kurzfristige Probenänderung! – Ballettmeisterin Olga Ilieva muss improvisieren: Ein Teil des Balletts wurde zur Bühnenprobe der Operette »Die Fledermaus« (Premiere 19.2.2011) abgerufen. Zurück bleibt die andere Hälfte des Balletts, um weiter die Choreografie des Balletts »Die verlorenen Schritte« zu erarbeiten.
 Olga Ilieva reagiert kreativ und organisiert eine Gruppenszene. Wieder schaut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch das gehört zum Theateralltag: kurzfristige Probenänderung! – Ballettmeisterin Olga Ilieva muss improvisieren: Ein Teil des Balletts wurde zur Bühnenprobe der Operette »Die Fledermaus« (Premiere 19.2.2011) abgerufen. Zurück bleibt die andere Hälfte des Balletts, um weiter die Choreografie des Balletts »Die verlorenen Schritte« zu erarbeiten.<br />
<span id="more-131"></span> Olga Ilieva reagiert kreativ und organisiert eine Gruppenszene. Wieder schaut sie sich die Szene gemeinsam mit den Tänzerinnen auf dem großen Fernseher an, um sie anschließend zu stellen. Sie verweist auf die Plätze der fehlenden Tänzerinnen und bekommt doch ungeahnte Hilfe: Filipe Frederico, Pavel Kuzmin und Jake Burden haben sich die Probenröcke ihrer Kolleginnen angezogen und stellen sich auf deren Plätze, um für sie einzuspringen und den Part der Damen zu lernen. Von ihren Kolleginnen ernten sie lautes Gelächter. Spaß muss eben auch sein bei einer Ballettprobe. Olga Ilieva nimmt die Hilfe aber gerne an und schon wird weiter geprobt. Die Zählzeiten stellen sich als die große Herausforderung der Choreografie heraus: Synchronität stellt sich zwischen den Tänzern im Lernprozess noch nicht her. Das ist Olga Ilieva aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wichtig. Ihr Fokus liegt zur Zeit auf den individuellen Fehlern der Tänzer. Obwohl sie 10 Tänzer vor sich hat, entgeht ihr doch kein Detail. »Erst wenn die individuellen Fehler der Tänzer korrigiert sind, arbeiten wir an der Synchronität. Je öfter sie das Stück tanzen, desto mehr geht es in Fleisch und Blut über und desto synchroner wird es,« erklärt sie. Fünf Proben gibt es noch bis zur Wiederaufnahme am 13.2.2011. Ich bin mir sicher, dass das Ballett Magdeburg dann durch absolute Synchronität überzeugen wird!<br />
Heute Abend ist erst einmal die Wiederaufnahmeprobe unter originalen Vorstellungsbedingungen, d. h. in Kostüm und Maske und natürlich in kompletter Besetzung, auf der Bühne im Theater Magdeburg.<br />
Davon berichten wir morgen exklusiv auf Facebook.</p>
<p>Dana Dopheide</p>
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		<title>Probenbericht aus dem Ballettsaal</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 12:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wiederaufnahmeproben zu »Die verlorenen Schritte«, Teil 1
Heute gibt es einen exklusiven Blick hinter die Türen des Ballettsaals: Angesetzt ist eine Soloprobe von Gonzalo Galgueras Ballett »Die verlorenen Schritte«! Das derzeitige Ensemble muss das Ballett einstudieren, denn bis auf die zwei Solisten Veronika Zemlyakova (die Stadtfrau) und Kirill Sofronov (der Suchende) und Anastasia Gavrilenkova und Pavel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wiederaufnahmeproben zu »Die verlorenen Schritte«, Teil 1</p>
<p>Heute gibt es einen exklusiven Blick hinter die Türen des Ballettsaals: Angesetzt ist eine Soloprobe von Gonzalo Galgueras Ballett »Die verlorenen Schritte«! Das derzeitige Ensemble muss das Ballett einstudieren, denn bis auf die zwei Solisten Veronika Zemlyakova (die Stadtfrau) und Kirill Sofronov (der Suchende) und Anastasia Gavrilenkova und Pavel Kuzmin (Indianische Menschen), haben die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Magdeburg das Stück noch nie getanzt. Das heißt, sie müssen alle Schritte innerhalb von nur zwei Probenwochen vollkommen neu einstudieren.</p>
<p><span id="more-124"></span><br />
Laura Acosta Cruz und Emma Hanley Jones sind seit 18 Monaten im Ballettensemble und dürfen schon die Solorollen der Schamaninnen übernehmen. Aber, was ihre Vorgänger in 8 wöchiger Probenzeit erarbeitet haben, müssen sie jetzt in nur zwei Probenwochen verinnerlichen. Immer wieder schauen sie zusammen mit Ballettmeisterin Olga Ilieva auf den großen Fernseher im Ballettsaal, um die Schritte der vorhergehenden Besetzung Celia Millán und Tatiana Irurzun del Castillo anzusehen und gleich nach zu tanzen.<br />
»3, 4, 5, 6, 7 und los« ruft Ballettrepetitorin Simona Laura Hanga den beiden Tänzerinnen zu und erzählt mir, während sie die Tänzerinnen nicht aus den Augen lässt, warum die Wiedereinstudierung des Balletts »Die verlorenen Schritte« so schwierig ist. »Rhythmisch ist das Ballett ganz schwer, man kann eigentlich nicht zählen und muss die Musik und die Bewegungen im Blut haben. Laura und Emma müssen ihre Bewegungen zusammen finden. Wenn sie das nicht tun, ist entweder zu wenig Musik da oder es ist noch zu viel Musik übrig. Die Gruppe muss sich auf die Beiden verlassen können, denn ihre Auftritte hängen an denen der Solistinnen.«<br />
Ballettmeisterin Olga Ilieva lässt die Szene mehrere Male wiederholen, sie gibt Ratschläge, ermutigt, verbessert und lobt. Ich sitze jetzt schon seit 25 Minuten im Ballettsaal und bin erstaunt, wie viel Proben für eine Minute Choreografie nötig sind. Kurz vor Ende der 2,5 stündigen Probe wird aus den vielen kleinen Teilen das große Ganze zusammengesetzt: Olga Ilieva lässt einen Durchlauf des Schamaninnen-Tanzes machen. Doch etwas Wichtiges fehlt noch. Solist Kirill Sofronov und die Gruppe des Balletts Magdeburg sind auch noch an dieser Szene beteiligt. Wie Olga Ilieva den Solisten und die Gruppe in diese Szene involviert, lesen sie in Teil 2 des Berichtes zu den Wiederaufnahmeproben von »Die verlorenen Schritte«.</p>
<p>Dana Dopheide</p>
<p>Die Wiederaufnahme ist am 13.02.2011</p>
<p>Mehr zum Stück und Karten unter<br />
<a href="http://www.theater-magdeburg.de/front_content.php?idart=4876">http://www.theater-magdeburg.de</a></p>
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		</item>
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		<title>Interview mit Rudolf Piehlmayer vom 18. Januar 2011</title>
		<link>http://blog.theater-magdeburg.info/2011/01/interview-mit-rudolf-piehlmayer-vom-18-januar-2011/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 10:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Du bist nach einem Sinfoniekonzert in der Spielzeit 2008/2009 zum zweiten Mal in Magdeburg. Diesmal mit einer Operneinstudierung: dem „Werther“ von Jules Massenet. Wie gefällt dir die Stadt?
Es gefällt mir hier sehr gut. Die Leute sind sehr, sehr nett und es hat sich sehr viel in der Stadt getan. Ich war schon einmal vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>1. Du bist nach einem Sinfoniekonzert in der Spielzeit 2008/2009 zum zweiten Mal in Magdeburg. Diesmal mit einer Operneinstudierung: dem „Werther“ von Jules Massenet. Wie gefällt dir die Stadt?</em></p>
<p>Es gefällt mir hier sehr gut. Die Leute sind sehr, sehr nett und es hat sich sehr viel in der Stadt getan. Ich war schon einmal vor der Wende hier und ich finde die Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen in der Stadt sehr gelungen. Kultur spielt hier eine wichtige Rolle und Kultur kann auch den wirtschaftlichen Aufschwung einer Region befördern. Das scheint hier sehr gelungen.</p>
<p><span id="more-121"></span></p>
<p><em>2. Du dirigierst hier den „Werther“ von Jules Massenet. Was ist für dich das Besondere an diesem Stück?</em></p>
<p>Es ist für mich sehr mutig, dieses Stück hier in Magdeburg zu spielen.  Der „Werther“ taucht nicht oft in deutschen Spielplänen auf, man könnte sagen, dass es das Stück sehr schwer hat in Deutschland. Massenet ist ein göttlicher Melodienerfinder, dabei darf man aber die Geschichte nicht vergessen. Massenets  Musik kann einen einlullen. Sie ist aber nur der Waggon auf den Gleisen.  Das Wesentliche ist die Sprache – die muss Charakter haben. Die Sängerschauspieler müssen ganz genau wissen, was sie sagen und wie sie die Szene erzählen sollen. Die Sprache muss die Szene transportieren. Da sind die Sänger ganz besonders gefordert. Da die Musik sehr weich und melodiös ist, steht sie im Spannungsfeld zum Text und der Geschichte. Das ist das Besondere an diesem Stück, das wir versuchen plastisch herauszuarbeiten.</p>
<p><em>3. Wie ist dein Verhältnis zur Regie? Warst du an der szenischen Umsetzung beteiligt?</em></p>
<p>Meiner Meinung nach müssen Regisseur und musikalischer Leiter eng zusammenarbeiten. Beide müssen wissen, was sie wollen. Grundsätzlich ist ja die Partitur – also der Wille des Komponisten – vorgegeben. Der Regisseur will nun in seinem eigenen dramatischen Tempo die Geschichte erzählen. Daraus ergibt sich ein höchst interessantes Spannungsverhältnis für mich. Musik und dramatische Umsetzung gehen in unserem Falle Hand in Hand. Hier wird keine Idee über ein Stück gestülpt, so dass Musik und Regie nebeneinander her laufen. Wir hatten immer sehr engen Kontakt und haben uns gegenseitig befruchtet.</p>
<p>Die Geschichte einer Ehekrise zwischen Charlotte und Albert ist ja eine sehr moderne Angelegenheit. Eine behutsame Aktualisierung ist also legitim. Trotzdem sind wir sehr eng am Text.</p>
<p><em>4. Nun zur Arbeit mit dem Orchester. Du warst ja selbst Klarinettist in einem Orchester (den Berliner Symphonikern). Warum bist du Dirigent geworden?</em></p>
<p>Es hat mir immer sehr großen Spaß gemacht, in einer Gemeinschaft Musik machen zu dürfen. Aber ich habe auch oft gesehen, wie Musikern der Spaß an ihrer Arbeit genommen wird. Ich bemühe mich, jeden einzelnen Musiker als Künstler sehr ernst zu nehmen und zu respektieren. Ich habe große Achtung vor den Orchestermusikern insgesamt. Das Orchester ist das wichtigste Glied in einem Opernhaus.</p>
<p>Die besondere Herausforderung mit diesem Stück ist die Klanglichkeit der Partitur. Die Partitur enthält viele diffizile Farben, die für ein deutsches Orchester sehr ungewohnt sind. Aber wir sind da auf einem sehr guten Weg. Ich möchte als Dirigent dem Orchester die Freude an dieser Arbeit transportieren. Deshalb bin ich Dirigent geworden.</p>
<p><em>5. Was machst du, wenn du nicht am Pult stehst oder Partituren lernst?</em></p>
<p>Ich bin ein leidenschaftlicher Koch, ich bin leidenschaftlicher Fliegenfischer und ich bin passionierter Schwimmer. Dirigenten haben immer mit Rückenproblemen zu kämpfen, die ich damit in Schach halte. Nebenbei habe ich gerade ein altes Haus aus dem Jahr 1965 eigenhändig um- und ausgebaut. Das ist mein Hobby.</p>
<p><em>6. Oper oder Konzert, was liegt dir mehr am Herzen?</em></p>
<p>Eigentlich würde ich sagen, 60% Oper und 40% Konzert. Ich habe ein großes Konzertrepertoire, aber ich liebe auch die Auseinandersetzung mit Sängern und Regisseuren. Diese Arbeit ist intensiver, weil zeitaufwändiger. Aber es macht mir große Freude, Gedanken zu einem Stück mit anderen auszutauschen und zu diskutieren und sie zu einem Einklang zu bringen.</p>
<p>Das Interview führte Anita Bader</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Hände weg von Fastfood! Gastkolumne von Frau Prof. Monika Köhler</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 07:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Weshalb gehe ich ins Theater?  Auf den ersten Blick scheint das ganz klar, als Professorin für Gesang sollte ich mich für das Musiktheater interessieren. Stimmt, vor allem freue ich mich immer,  ehemalige Studierende des bis vor kurzem in Magdeburg existierenden Institutes für Musik der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg auf der Bühne zu sehen.
Ich erinnere mich auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weshalb gehe ich ins Theater?  Auf den ersten Blick scheint das ganz klar, als Professorin für Gesang sollte ich mich für das Musiktheater interessieren. Stimmt, vor allem freue ich mich immer,  ehemalige Studierende des bis vor kurzem in Magdeburg existierenden Institutes für Musik der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg auf der Bühne zu sehen.</p>
<p><span id="more-113"></span>Ich erinnere mich auch gerne meiner eigenen Soloauftritte im Theater, bei denen ich immer die entspannte freundliche Theateratmosphäre genossen habe (außer, wenn ein Regisseur mal zu despotisch war). Alle setzen sich vorbehaltlos ein, um ein großes Ganzes zu schaffen- vom Beleuchter über die Garderobiere und die Maskenbildner bis natürlich hin  zu den darstellenden  Künstlern. Wenn man weiß, wie Viele am Entstehen einer gelungenen Aufführung beteiligt sind, ist die regelmäßige Diskussion über Einsparungen oberflächlich und vordergründig. Wenn der Zugang zu Musiktheater, Schauspiel und Konzert für breite Bevölkerungsschichten weiterhin gesichert sein soll, dann läuft die Forderung nach steter Erhöhung des zu erwirtschaftenden Eigenanteils irgendwann ins Leere. Wenn wir nicht Verhältnisse wie in den USA wollen, wo sich nur eine dünne Schicht der Wohlhabenden den Eintritt ins Theater leisten kann.</p>
<p>Das besondere an Deutschland ist für mich, dass wir eine echte Kulturnation sind. Darauf können wir alle stolz sein! Werden Theater nur noch zur Rentabilität gezwungen, so werden sie sicher an Qualität verlieren. Fastfood jeder Art erscheint im ersten Moment günstig  und sättigt auch irgendwie, aber auf Dauer sind die Folgekosten unendlich höher. Das gilt nicht nur für das Gesundheitssystem, das an den Folgen der Fehlernährung durch Fastfood noch schwer zu tragen haben wird, sondern auch für die Bildung im Allgemeinen und die Kultur im Besonderen. Für  den Geist und die Seele des Menschen muss auch gesorgt werden, und wer könnte das in unserer säkularen Welt besser als die Theater. Wenn ich betrachte, wie sich Jugendliche mit z. B. Odysseus im Rahmen eines Jugendprojektes befassen, so macht mir das Hoffnung, dass unser Nachwuchs sich nicht nur am Computer auslebt, sondern sich mit den Wurzeln der eigenen Kultur, der eigenen kulturellen Identität  und damit des eigenen Ichs auseinandersetzt. Also: Hände weg von Fastfood! Unsere Gesellschaft braucht eine Kultur der Vielfalt für alle!</p>
<p>Ich freue mich auf viele spannende, inspirierende, musikalische Abenteuer,  ausgesucht und gestaltet durch unseren neuen  GMD  Kimbo Ishii-Eto, dessen tiefes Verständnis für Gustav Mahler ich bei seinem Amtsantritt am 9. Dezember erleben durfte. Als Gesangsprofessorin danke ich Karen Stone dafür, dass Sie als Musikerin ein exzellentes „Händchen“ bei der Auswahl neuer Stimmen beweist. Davon, wie kompetent sie in dieser Hinsicht ist, konnte ich mich bei einem Coaching überzeugen, das sie ganz unkompliziert für meine Studierenden gab.</p>
<p>Jetzt muss ich mich aber auf den Weg ins Schauspielhaus machen, heute Abend gibt es nämlich „Hamlet“.</p>
<p>Wir sehen uns &#8211; natürlich im Theater!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum weckst du mich, Hauch des Frühlings?</title>
		<link>http://blog.theater-magdeburg.info/2010/12/warum-weckst-du-mich-hauch-des-fruhlings/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 10:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Jules Massenets Oper »Werther« legt Zeugnis ab von der französischen Goethe-Begeisterung Ende des 19. Jahrhunderts, die eine enge Verbindung mit der Bewunderung für den anderen deutschen Titanen – Richard Wagner – eingegangen war. Goethe durch die französische »Wagnérisme«-Brille gesehen – da schauderte es manchen Gralshüter der deutschen Klassik. Doch ein Blick von außen schärft gemeinhin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jules Massenets Oper »Werther« legt Zeugnis ab von der französischen Goethe-Begeisterung Ende des 19. Jahrhunderts, die eine enge Verbindung mit der Bewunderung für den anderen deutschen Titanen – Richard Wagner – eingegangen war. Goethe durch die französische »Wagnérisme«-Brille gesehen – da schauderte es manchen Gralshüter der deutschen Klassik. Doch ein Blick von außen schärft gemeinhin das Verständnis für die eigene Kultur. Und Massenet ist es wunderbar gelungen, das romantisch-schwärmerische Grundgefühl des berühmten Briefromans in schwelgerischen Melodien eines »Drame lyrique« zu übersetzen. Und auch das junge internationale Ensemble, das in Magdeburg die Oper inszenieren und singen wird, hat sich zwischen England, Brasilien, Kanada, der Türkei und der Schweiz mit dem großen deutschen Dichterfürsten beschäftigt:</p>
<p><span id="more-107"></span></p>
<p><strong>Interview mit Regisseur Walter Sutcliffe (England), Iago Ramos (Werther, Brasilien), Lucia Cervoni (Charlotte, Kanada), Kartal Karagedik (Albert, Türkei), Mario Solimene (Albert, Brasilien) und Juli Martin du Theil (Sophie, Schweiz)<br />
</strong><br />
<strong>Wo seid ihr Goethe zum ersten Mal begegnet?</strong><br />
<strong>Walter Sutcliffe:</strong> Meine Mutter hat vor ungefähr 20 Jahren ein Opernlibretto auf Goethes »Wahlverwandtschaften« für die Opera North in Leeds geschrieben – ich weiß gar nicht, ob die Oper je zu Stande gekommen ist – und in dem Zusammenhang habe ich als 18-Jähriger dieses Buch, das auf englisch »Elective Affinities« heißt, gelesen. Als ich dann später deutsche Geschichte studierte, habe ich natürlich mehr von Goethe kennengelernt, mich damals aber fast mehr für Schiller interessiert.<br />
<strong>Kartal Karagedik:</strong> »Die Leiden des jungen Werthers« war tatsächlich meine erste Begegnung mit Goethe. Ich habe dieses Buch oft gelesen; jedes Mal ist man in einer anderen geistigen Verfassung und deshalb liest man es auf eine andere Art und Weise. Ich habe mich immer gefragt, ob Goethe Werther sterben ließ, um sich und seine Seele vor Werthers Schmerz zu schützen oder ob er Werthers Leiden wirklich nahe kommen wollte. Als ich begann, mich für den Liedgesang zu interessieren, wurde die deutsche Literatur wichtig für mich, außer Goethe vor allem Heine, Rückert und Schiller.<br />
<strong>Lucia Cervoni:</strong> Ich habe im Gymnasium den »Erlkönig« in der berühmten Vertonung von Schubert studiert. Das war für mich schon damals tolle Musik und Worte, die man auf der Zunge schmecken konnte.<br />
<strong>Mario Solimene:</strong> Ich bin Goethe tatsächlich auch während meiner Schulzeit in São Paolo zum ersten Mal begegnet. Wir hatten dort ein Schulfach namens internationaler Literatur und da haben wir die wichtigsten Dichter anderer Länder und Sprachen kennengelernt. Für Deutschland waren das vor allem Goethe, Schiller und Heine. Allerdings haben wir ihre Texte selbst nicht gelesen, sondern nur etwas über ihre Bedeutung erfahren. Und natürlich ist Goethes Name jedem durch das Goethe-Institut bekannt, der dort Konzerte oder Veranstaltungen besucht hat!<br />
<strong>Julie Martin du Theil:</strong> Vor gut einem Jahr habe ich in einem Meisterkurs bei dem berühmten Bariton Christian Gerhaher die »Mignon«-Lieder in den Vertonungen von Schumann, Schubert, Wolf und anderen studiert. In dem Zusammenhang habe ich dann auch »Wilhelm Meister« gelesen, aus dem die Gedichte ja stammen.<br />
<strong>Iago Ramos:</strong> Ich bin Goethe zum ersten Mal im Bereich der Oper begegnet, während meines Studiums in Karlsruhe. In einem Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule und dem Festival in Nürtingen habe ich die Titelpartie in Gounods »Faust« gesungen.</p>
<p><strong>Hat dieser Dichter eine besondere Bedeutung für euch?</strong><br />
<strong>WS:</strong> Goethe ist wirklich ein Symbol für die deutsche Literatur schlechthin. Dabei muss ich sagen, dass mir nicht alle Sachen so sehr gefallen. Goethe gilt als sehr ernst, als »Klassiker« mit wenig Humor. Auch den »Werther« kann man sehr ernst nehmen, aber ich finde, dass das Buch auch viel Witz hat. Die Figur hat Lust am Leben und weiß durchaus, was sie kann. Vielleicht kann man an Goethe noch neue Seiten entdecken.<br />
<strong>LC:</strong> Meiner Empfindung nach hat Goethe der Welt viel Herzensgefühl gegeben und viele Komponisten, »normale Menschen« und Künstler inspiriert. Das ist ein Geschenk.<br />
<strong>MS:</strong> Für mich hat er eine besondere Bedeutung weniger durch seine Dichtung selbst als durch die Vertonung seine Texte. Denn wenn man sich mit dem Liedgesang beschäftigt, mit Schubert, Schumann und anderen, dann kommt man an ihm ja gar nicht vorbei. Ich habe die Aufnahmen von Dietrich Fischer-Dieskau gekauft und dann natürlich auch die Texte studiert.<br />
<strong>KK:</strong> Als Musiker ist Goethe für mich ein großer Dichter und spielt außerdem eine wichtige Rolle für die klassische Musik, da ich ein großer Fan von Schuberts und Schumanns Liedern bin. Es ist fast ein Spiel für mich, unterschiedliche Interpretationen dieser Lieder zu sammeln, um zu verstehen, wie die Komponisten Goethes Gedichte empfunden und verstanden haben. Sie haben jedes einzelne Wort seiner Poesie wahrhaftig in Musik gesetzt. Deshalb ist es eine intensive Erfahrung, diese Musik zu fühlen, zu verstehen, zu interpretieren und zu hören. neben seiner künstlerischen Arbeit fasziniert mich auch Goethes Lebenswandel und seine wissenschaftliche Arbeit.<br />
<strong>IR:</strong> Als ich aus Brasilien nach Deutschland kam, wusste ich natürlich, wie wichtig die Weimarer Klassik um Goethe und Schiller für die deutsche Kultur sind. Aber da ich von Anfang an viel im Bereich der Oper gemacht habe, sind mir die Vertonungen seiner Gedichte nicht so geläufig …<br />
<strong><br />
In Deutschland ist »Die Leiden des jungen Werthers« Schullektüre. Wann habt ihr das Buch zuerst gelesen?</strong><br />
<strong>KK:</strong> Selbstverständlich ist Goethe in der Türkei sehr bekannt und ich erinnere mich, dass wir in der Schule über »Werther« und »Faust« diskutiert haben.<br />
<strong>WS:</strong> In der Schule in London haben wir uns mehr mit »Faust« beschäftigt, wobei dabei verständlicherweise die ältere, englische Fassung von Christopher Marlowe im Mittelpunkt stand und wir Goethes Version nur in Auszügen gelesen haben. »Werther« habe ich erst für diese Operninszenierung gelesen…<br />
<strong>LC:</strong> Ich habe das Buch zum ersten Mal 2006 gelesen, als ich an der Oper in Santa Fe gearbeitet habe. Ich habe dort eine Szene aus Massenets »Werther« gesungen und damit die Oper und das Buch entdeckt.<br />
<strong>IR:</strong> Ich habe Goethes »Werther« zum ersten Mal gelesen, als ich die Partie im Opernstudio in Karlsruhe studiert habe. Das haben mir damals die Leiterin des Opernstudios und auch mein Korrepetitionslehrer dringend empfohlen und es gibt ja eine portugiesische Übersetzung…<br />
<strong>MS:</strong> Mit den »Leiden des jungen Werthers« habe ich mich erst in Zusammenhang mit der Oper von Massenet beschäftigt. Die Bedeutung des Buches geht wirklich über die reine Literatur hinaus, da ist so viel Psychologie drin, der ganze Überdruck des Sturm und Drang.<br />
<strong><br />
Was gefällt euch besonders an Massenets Oper? Habt ihr eine Lieblingsstelle? Was gefällt euch an eurer Rolle?</strong><br />
<strong>WS:</strong> Ich hoffe, dass Werthers erster Auftritt in unserer Inszenierung zu meiner Lieblingsstelle werden wird. Wir sind – als Publikum – sehr gespannt, wer Werther ist. Wir treffen einen Künstler, der verspielt und lebendig ist, der sich nicht nur in lyrischen Beschreibungen ergeht, sondern bezaubern kann. Ich hoffe, dass wir viel Zeit mit ihm verbringen möchten! In Verbindung mit der romantischen Musik von Massenet, die viel von Wagners Klangfülle hat, will ich mit den Sängern herausfinden, wie viele Facetten wir aus den Figuren herausbringen können. Denn Massenets Musik ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr genau geschrieben!<br />
<strong>IR:</strong> Mir gefällt vor allem Werthers Leidenschaft, die Intensität seiner Gefühle. Und das Schlussduett mit Charlotte gehört zu meinen Lieblingsstellen. Die Partie bedeutet mir viel, weil sie auch für mein großes Sängervorbild Alfredo Kraus eine große Bedeutung hatte.<br />
<strong>MS:</strong> Die Musik ist einfach wunderschön. An meinem Charakter Albert – der ja nicht gerade der Sympathieträger der Geschichte ist – gefällt mir, dass er sehr strukturiert und knapp ist. Er sagt nicht viel, hat nicht die Hauptrolle der Oper, aber er tritt an allen wichtigen Schnittstellen auf und drückt der Handlung dadurch seinen Stempel auf.<br />
<strong>JMdT:</strong> Ich mag die Rolle der Sophie, der jüngeren Schwester von Charlotte, sehr, da sie die einzige Person in der Oper ist, die die Dinge erst einmal leicht nimmt und eine große Energie hat. Die andern grübeln alle so viel über ihre Gefühle und Leidenschaften, besonders Werther und Charlotte. Sophie ist nicht naiv, aber für sie ist das Leben noch nicht kompliziert. Aber im Verlauf des Stückes wird sie erwachsener, sie lernt, dass nicht alles gut ausgeht. Deshalb ist meine Lieblingsstelle am Ende des 2. Aktes, wenn Werther sie zurückweist und sagt, dass er nicht wieder kommen werde. Da weint sie – vielleicht zum ersten Mal.<br />
<strong>KK:</strong> Ich liebe Massenets Opern, vor allem »Thaïs«. Meiner Empfindung nach komponierte er »Werther« auf eine sehr lyrische, in gewissem Sinn naive Weise – er übersetzt Werthers Leiden wirklich in Musik. Deswegen wurde die Oper so berühmt. Wenn die Musik sich von dem Buch entfernt hätte, wäre sie nie ein solcher Erfolg geworden. Albert ist eine tolle Rolle für einen jungen Sänger. Die Partie ist nicht besonders groß, aber sehr wichtig. Und sie ist wirklich wunderbar zu singen!<br />
<strong>LC:</strong> Für mich ist Massenet ein wunderbarer Komponist. Die Musik ist so voller saftiger Orchesterpassagen und superschöner Melodien. Meine Lieblingsstelle ist Werthers Arie »Pourquoi me révellier« und auch der Abschnitt danach mit Charlotte. Man kann durch die Musik und den Text genau fühlen, was passiert ist und was die beiden füreinander empfinden. Es freut mich sehr, das endlich erleben zu können, denn ich wollte schon als Studentin die Charlotte singen. Für mich erfüllt sich damit wirklich ein Traum am Theater Magdeburg!<br />
<em>Die Fragen stellte Ulrike Schröder</em></p>
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		<title>Kimbo Ishii-Eto &#8211; Der neue Generalmusikdirektor ist da</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 09:14:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theater Magdeburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 1. Dezember hat Generalmusikdirektor Kimbo Ishii-Eto seine Stelle am Theater Magdeburg angetreten.
Zum Auftakt hat er am 9. und 10. Dezember 2010 das 4. Sinfoniekonzert mit Werken von Mozart und Wagner dirigiert. Ferner obliegt ihm die Wiederaufnahme von Mozarts „Zauberflöte“ am 22. Dezember und er lädt am 1. Januar mit der Magdeburgischen Philharmonie zur festlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Dezember hat Generalmusikdirektor Kimbo Ishii-Eto seine Stelle am Theater Magdeburg angetreten.</p>
<p>Zum Auftakt hat er am 9. und 10. Dezember 2010 das 4. Sinfoniekonzert mit Werken von Mozart und Wagner dirigiert. Ferner obliegt ihm die Wiederaufnahme von Mozarts „Zauberflöte“ am 22. Dezember und er lädt am 1. Januar mit der Magdeburgischen Philharmonie zur festlichen Begrüßung des Neuen Jahres mit beschwingten Wiener Melodien. Seine erste Magdeburger Opernpremiere ist „Lucia di Lammermoor“ in der Inszenierung von Generalintendantin Karen Stone am 26. März 2011.</p>
<p><span id="more-98"></span>Vor wenigen Tagen wurde Kimbo Ishii-Eto der mit 5 Mio. Yen dotierte <strong>Hideo Saito-Gedächtnispreis der Sony Music Foundation</strong> verliehen.  Die Sony Music Foundation etablierte den Hideo Saito Gedächtnis-Preis im Jahr 2002. Er ist benannt nach dem Cellisten, Dirigenten und Lehrer Hideo Saito. In diesem Jahr zeichnete die Jury Kimbo Ishii- Eto für seine herausragenden Vorstellungen im Fach Dirigieren aus. Der Preis ist 5 Mio Yen (umgerechnet etwa 44.458,00€) dotiert. Ishii-Eto hat seinen Preis der Junior Philharmonic Tokyo gespendet.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Erste Antworten, befragt zu seinen Plänen für Magdeburg: </strong></p>
<p>Mahler war immer einer meiner Lieblingskomponisten und so nehme ich gerne die &#8220;Mahler &#8211; Doppel-Jubiläums- Saison&#8221; als gute Gelegenheit,  seine fünfte und zweite Symphonie gleich in meiner ersten Spielzeit in Magdeburg zu dirigieren.</p>
<p>Ebenso wird auch mein grosses Interesse für das pur-klassische Repertoire in dieser Saison vorgestellt: Ich freue mich besonders auf die &#8220;Pastorale&#8221; &#8211; Sinfonie von Beethoven, weil wir mein eigenes Orchester-Material verwenden werden.</p>
<p>Bezüglich des Opernrepertoires bin ich schon sehr gespannt darauf für das Wagner-Verdi Jubiläum 2013 ein angemessenes Werk auszusuchen und hege zudem eine „heisse Leidenschaft“ für Puccini.</p>
<p>Ganz aktuell im Oktober habe ich oft in Japan dirigiert, die symphonischen Werke von Copland, Ginastera, Dvorak, Chopin, Bartok, Vaughn-Williams und Nielsen. Und in Amarillo  habe ich gerade auch Pop bzw. Broadway Music dirigiert – das hat viel Spass gemacht! Durch den Einfluss meiner hochgeschätzten Lehrer, wie Seiji Ozawa und Sir Simon Rattle stehen mir die Opern von Tschaikowsky, Janacek und Debussy sehr nah, aber auch asiatische Opernwerke wie „Heaven Earth Mankind“, „2000 Today: A World Symphony for the Millennium“  und „Four Secret Roads of Marco Polo“ des zeitgenössischen Komponisten Tan-Dun sollen ihren Platz auf dem Spielplan des Theater Magdeburg finden.</p>
<p><strong>Werdegang</strong></p>
<p>Dem Magdeburger Publikum stellte sich Kimbo Ishii-Eto bereits im Oktober 2009 vor, als er mit großem Erfolg das 2. Sinfoniekonzert der Magdeburgischen Philharmonie dirigierte.  Seit Beginn der Saison 2008/09 ist er Music Director und Dirigent des Amarillo Symphony Orchestra und wird dieses Amt auch noch bis zum Ende der Spielzeit 2011/2012 ausüben.</p>
<p>Von 2006 bis 2008 war er Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin, wo er beispielweise »Rigoletto«, »Die Zauberflöte«, »Turandot«, »Verkaufte Braut« sowie die beiden Einakter »Der Zwerg« und »Eine florentinische Tragödie« von Alexander Zemlinsky leitete und auch die Premiere von »Hoffmanns Erzählungen«, die zu einer der bestverkauftsten Produktionen in der Geschichte der Komischen Oper zählt.  Darüber hinaus ist Kimbo Ishii-Eto ist regelmäßiger Gastdirigent bei führenden asiatischen Orchestern wie dem NHK Symphony Orchestra, Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, New Japan Philharmonic, Osaka Symphoniker, Sapporo Symphonic Orchestra, Shanghai Symphony, National Symphony Orchestra of Taiwan sowie dem China Broadcast Symphony Orchestra, bei dem er auch Principal Guest Conductor war. Im Sommer 2008 gab er sein japanisches Operndebüt mit Mozarts »Le Nozze di Figaro« am Biwako Opernhaus in Shiga.</p>
<p>In Europa gab er Konzerte mit Orchestern wie dem Netherlands Philharmonic Orchestra, der Manchester Camerata, den Bochumer Symphonikern, dem Philharmonischen Orchester Augsburg, der Kammerphilharmonie Potsdam und dem Deutschen Kammerorchester. Mit Carl Orffs »Carmina burana« gab er im Januar 2006 sein begeistert aufgenommenes Debut im Amsterdamer Concertgebouw.</p>
<p>Kimbo Ishii-Eto wurde in Taiwan geboren und verbrachte seine Kindheit im japanischen</p>
<p>Kogashima sowie in Tokio. Mit zwölf Jahren kam er nach Wien, wo er das Gymnasium</p>
<p>besuchte. Am Konservatorium der Stadt Wien legte er sein Violin-Diplom bei Walter Barylli ab. Im Alter von 18 Jahren ging er nach New York, um Violine bei Dorothy DeLay zu studieren. Seine Dirigierstudien schloss er bei Michael Charry am Mannes College of Music in New York ab. Ishii-Eto war in den Jahren 1996-1999 zu Gast beim Kusatsu International Music Festival in Japan und zwei Sommer lang Conducting Fellow beim Tanglewood Music Festival in Massachussetts. Desweiteren hat er beim Boston Symphony Orchestra und beim New York Philharmonic gearbeitet. Prägend für seine Studienzeit war für Kimbo Ishii-Eto die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Seiji Ozawa, Gustav Meier, Leonard Slatkin, David Zinman und Chosei Komatsu. Er ist Preisträger des George &amp; Elizabeth Gregory Award for Performance Excellence und des dänischen Nikolai Malko Dirigierwettbewerbs (1995). Kimbo Ishii-Eto spricht fließend Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch (Mandarin).</p>
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